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Hospitalismus

Was ist Hospitalismus – insbesondere der infektiöse Hospitalismus?

Der Begriff Hospitalismus findet Verwendung, wenn ein Mensch es mit den negativen Begleitfolgen bei einem längeren Krankenhausaufenthaltes zu tun bekommt, ein Heimaufenthalt vonstattengeht, oder er sich in einer Inhaftierung befindet, wozu auch Folter und Isolationshaft gehören. Wenn Kinder und Jugendliche in ihrer Umsorgung keine liebevolle Fürsorge erfahren, neigen auch sie zu den bekannten Symptomen von Hospitalismus. Die Beschwerden können sich dann physisch und psychisch äußern und kommen überall dort vor, wo Menschen und Tiere vernachlässigt und abgelehnt werden und keine emotionale Beziehung aufbauen können.

Eine besondere Form des Hospitalismus stellt der sogenannte infektiöse Hospitalismus dar. Hier stehen im Vordergrund Klinikaufenthalte, die mit Kontaminationen zu tun haben, das heißt, der Patient kommt mit verunreinigtem, infektiösem Material in Verbindung und erkrankt. Ein bekanntes und aktuelles Problem in vielen Kliniken sind die zunehmenden Resistenzen krankheitserregender Bakterien verschiedener Antibiotika gegenüber, wie beispielsweise MSRA. Infolge der ständigen Verabreichung von Antibiotika können sich Bakterien entwickeln, die zum Beispiel gegen Staphylokokken und Streptokokken resistent sind. Hier kann sich die eine Bakterienart auf die andere übertragen – es kommt zu Kreuzresistenzen. Dies kann sich so weit entwickeln, dass in manch schweren Fällen eine Infektion nicht mehr in den Griff zu bekommen ist und es zu einer Amputation kommen kann. Betroffene haben es hier mit oftmals gravierenden Folgen zu tun – Risikogruppen sind alte und schwache Menschen sowie Menschen, die an einer chronischen Erkrankung leiden und frisch Operierte sowie Menschen mit Dauerkathetern infizieren sich mit den Krankheitserregern.

Die Vorbeugung beginnt bei mehr Fürsorge und Zuwendung bei Kindern und Jugendlichen in Kinderheimen, es muss auf eine peinliche Sauberkeit während und nach den Operationen geachtet werden, Medikamente sollten nicht länger als nötig verabreicht werden. Ebenso gilt es Dauerkatheter nicht länger als nötig anzuwenden, keine Medizinbehälter offen herum stehen zu lassen und Unbedingtes desinfizieren der medizinischen Geräte und der Hände.

Damit der Krankenhausaufenthalt nicht krank macht, gilt es neben den hygienischen Standards auch Fürsorge und zwischenmenschliche Kontakte nicht zu vernachlässigen.

Damit der Krankenhausaufenthalt nicht krank macht, gilt es neben den hygienischen Standards auch Fürsorge und zwischenmenschliche Kontakte nicht zu vernachlässigen.

Das sogenannte “Kaspar-Hauser-Syndrom” ist die schwerste Form von Hospitalismus. Es findet ein völliger Reizentzug in Form von schwerer Misshandlung und Einsperren, von der Umwelt abschotten, statt. Der Begriff findet heute mehr bei Tieren Verwendung, die sich diesen Misshandlungen über einen längeren Zeitraum ausgesetzt fühlen – es ist selten bei Kindern der Fall und geht mit einer extremen Ängstlichkeit einher. Auch eine Form der Persönlichkeitsstörung ist das “Borderlinesyndrom“, auch Anpassungsstörung genannt – hier sind zwischenmenschliche Beziehungen eher instabil und von impulsiven Stimmungen gekennzeichnet mit einem gestörtem Verhältnis zur eigenen Person. Auch selbstverletzendes Verhalten wird hier beobachtet und Depressionen sind bei dieser Erkrankung keine Seltenheit. Ursachen können genetische Veranlagungen sein und auch Gewalt in der Kindheit, wie sexueller Missbrauch und Vernachlässigungen fördern die Borderline-Persönlichkeitsstörung.